
Freiwillige Feuerwehr Trent - Seit 100 Jahren Retter in der Not
Am 26.04.1926 fanden sich der Landwirt Friedrich Möller, der Schuster Karl Krause, der Stellmacher Ernst Rieck und der Kaufmann Franz Ahrens zusammen und gründeten die Freiwillige Feuerwehr Trent. Zur Brandbekämpfung stand der noch kleinen Wehr eine Handdruckspritze, die von einem Pferdegespann gezogen wurde, zur Verfügung. Die bescheidene Technik war in einem Gebäude in der Nähe der Kirche untergebracht. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 traten der FFw Trent noch weitere Kameraden bei.
Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs wurden alle damaligen aktiven Mitglieder eingezogen, außer Walter Utesch. Um die Einsatzbereitschaft der Wehr auch weiterhin zu gewährleisten, baute Kamerad Utesch unter seiner Wehrführung eine schlagkräftige Frauengruppe auf. Nach Ende des Kriegs wurde die Wehr erneut umorganisiert und nun durch viele Bürger verstärkt, die sich in Trent und Umgebung angesiedelt hatten. Ende der 40ziger Jahre wurde Kamerad Walter Utesch Amtswehrführer des Amtsbereiches Trent, zu dem die Gemeinden Neuenkirchen, Schaprode und Trent gehörten. Die Nachfolge des Wehrführers in Trent übernahm nun Kamerad Karl Krause und bekleidete diese Funktion bis zum Jahr 1959. Unter seiner Führung wuchs die Zahl der aktiven Kameraden weiter an.
1959 übernahm Helmut Rieck für ein Jahr die Funktion des Wehrführers. In diesem Jahr wurde auch der als Feuerwehrfahrzeug angeschaffte offene Kübelwagen aus Wehrmachtszeiten (VW Typ 82) von Grün auf Rot umlackiert. Ausgerüstet war dieses Fahrzeug mit einer Tragkraftspritze TS 8 sowie dem dazu passenden Schlauchmaterial. Anfang der 60ziger Jahre wurde dann der Kübelwagen durch ein Feuerwehrfahrzeug des Typs Robur Garant (30K) ersetzt.
In der Zeit von 1960 bis 1967 übte Erich Klappschuweit das Amt des Wehrführer aus. Während seiner Amtsperiode wurde 1968 der "Garant" durch den Robur LF8/TS 8-STA (Löschgruppenfahrzeug 8 mit Pumpleistung 800 Liter/Minute und 8 bar Druck plus Tragkraftspritze TS8 sowie Schlauchtransportanhänger) ersetzt. Der alte "Garant" wurde dann der FFw in Dreschvitz übergeben.
Das alte Gerätehaus an der Kirche war nun aber für die neue Technik in Form des "Robur" zu klein und erforderte somit die Errichtung eines größeren Gebäudes. Im Jahr 1969 wurde mit dem Bau des Gerätehauses in der Nähe der neuen Schule begonnen. Die Kameraden der FFw Trent errichteten ihr neues Gerätehaus ausschließlich in Eigenleistung und wurden im Frühjahr 1970 bei der Abnahme durch die staatliche Bauaufsicht mit der hervorragenden Note 1,5 für ihre Leistung belohnt. Damit hatte nun auch die neue Technik in Form des Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) einen angemessenen Stützpunkt. Allerdings hatte dieses Gerätehaus keine weiteren Räumlichkeiten, die aber dringend für Schulungen und Ausbildungsmaßnahmen gebraucht wurden. Daher wurden als Erweiterungslösung von der Gemeinde zwei Raumzellen (Container) aus alten Beständen der NVA in Prora beschafft und neben dem Gerätehaus aufgestellt.
Die Führung der Feuerwehr wurde in diesen Jahren von den folgenden Kameraden wahrgenommen.
Im Jahr 1967 übergab Erich Klappschuweit die Funktion des Wehrführers an Gerhard Lindemann. Ihm folgten 1975 Günter Buß, 1979 Sigfried Thummanow, 1985 Eckhard Hein, 1987 Friedhelm Möller und 1996 bis 2002 Werner Markow.
Im Jahr 2002 übernahm dann Kamerad Olaf Spieker die Führung der Freiwilligen Feuerwehr in Trent.
Mit der politischen Wende erweiterte sich auch das Aufgabenfeld der Freiwilligen Feuerwehren. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, reichte die zur Verfügung stehende Technik nicht mehr aus. Am 21.01.1997 konnten die Kameraden einen TLF 16/25 vom Typ Iveco (Tanklöschfahrzeug mit Pumpleistung 1600 Liter/Minute bei 8 bar Druck und eingebautem Löschwasserbehälter von 2400 Litern sowie Gruppenkabine für 9 Einsatzkräfte) in Empfang nehmen, der am 30.04.1997 feierlich durch den damaligen Bürgermeister, Hans Jürgen Schiefner, der Gemeinde übergeben wurde. Der schon recht betagte "Robur" wurde noch einige Jahre parallel mit dem neuen Fahrzeug genutzt und dann im Jahr 2018 an eine Privatperson abgegeben.
Trotz aller Freude über den "Iveco" ergab sich aber leider auch hier ein Problem. Das Gerätehaus war für das größere Löschfahrzeug erneut zu klein und musste zwingend erneuert werden. Der entsprechende Bau des größeren Gerätehauses erfolgte dann mit dem Spatenstich im Herbst des Jahres 2005 und am 26.05.2006 konnte das Richtfest gefeiert werden. Auch bei diesem Bauvorhaben konnten die Kameraden der Feuerwehr bei der Rodung des Geländes, der Vorbereitung des Gießens der Bodenplatte, bei den Maurerarbeiten und bei den Aussenanlagen viel Eigenleistung einbringen. Schließlich war das Gerätehaus dann im Jahr 2007 fertig und konnte zur Nutzung an die Feuerwehr übergeben werden. Aber auch dieses Gerätehaus war eben nur ein Gerätehaus - wenn auch mit Umkleideraum - und bot keine Räumlichkeiten für Schulungen und ähnliche Maßnahmen. Als neue Lösung ergab sich hier aber die Möglichkeit, frei gewordene Räume der nebenan liegenden Schule zu nutzen. Diese war im Zuge eine Umorganisation von einer Real- und Hauptschule zur einer Grundschule mit nur vier Klassen reduziert worden und benötigte somit nicht mehr alle Räumlichkeiten. Die Raumzellen aus NVA-Beständen konnten daher an die Gemeinde zur Nutzung durch den Bauhof abgegeben werden. Diese Lösung funktionierte etliche Jahre recht gut, bis dann die Schule komplett aufgelöst wurde, was im Jahr 2012 den Verkauf nach sich zog. Wieder blieb nun der Feuerwehr nur das Gerätehaus übrig und man konnte sich hier nur sehr notdürftig und auf die Dauer auch nicht tragfähig behelfen. Diese Notsituation konnte dann aber durch den Bau des Gemeindezentrums als rückwärtigen Anbau an das Gerätehaus gelöst werden. Der Bau begann im Jahr 2015, hatte sein Richtfest in 2016 und wurde schließlich am 04.03.2017 feierlich eingeweiht. Die für die Feuerwehr im Gemeindezentrum vorgesehenen Räume konnten zum gleichen Zeitpunkt zur Nutzung übergeben werden und sind fortan als Ergänzung zum Gerätehaus der Stützpunkt der Feuerwehr.
Um den erforderlichen Personalumfang zu sichern wurden zur Nachwuchsgewinnung schon recht früh entsprechende Maßnahmen ergriffen. 1954 wurde durch die Kameraden Kurt Fietz und Horst Seidenkrans die Arbeitsgemeinschaft “Junge Brandschutzhelfer” gegründet. Die Anfangsaufgaben bezogen sich dabei auf den Bereich “vorbeugender Brandschutz”. In den folgenden Jahren übernahmen die Kameradin Brunhilde Markow sowie die Kameraden Harald Pieper und Friedhelm Möller die Leitung der Arbeitsgemeinschaft. Im Zuge der Wiedervereinigung bekam aber auch der Bereich der Nachwuchsförderung eine andere Bedeutung.
Aus der Arbeitsgemeinschaft “Junge Brandschutzhelfer” wurde am 15.11.1990, unter der Leitung des damals zum Jugendfeuerwehrwart ernannten Kameraden Olaf Spieker, die Jugendfeuerwehr Trent. Olaf Spieker übte diese Funktion bis zum Jahr 2004 aus und übergab die Führung der Jugendfeuerwehr dann an Matthias Schwebke, welcher das Amt des Jugendfeuerwehrwarts bis 2014 inne hatte. Ihm folgte Tony Burow und ab 2016 dann Michael Lefold, der das Amt 2018 an Felix Koch übergab. Seit dem Jahr 2025 ist Felix Koch der amtierende Jugendfeuerwehrwart. Die Jugendfeuerwehr war bei Wettkämpfen überaus erfolgreich und konnte unter anderem in den Jahren 2013 sowie 2015, 2016 und 2017 den Inselpokal gewinnen. Aber auch die aktiven Mitglieder der Wehr nehmen regelmäßig an Wettkämpfen sowohl im Amtsbereich als auch auf Kreisebene teil. Zahlreiche Pokale und Urkunden zeugen von den Erfolgen der Mannschaften.
Auch bei der finanziellen Unterstützung der Jugendfeuerwehr können einige Kosten seitens der Gemeinde übernommen werden. Allerdings liegt der Fokus hierbei auf dem Kernbereich der Pflichtaufgaben der Feuerwehr. Zur Ermöglichung einer erweiterten Jugendarbeit (zum Beispiel für Zeltlager, zusätzliche Bekleidung, Wettkampfmaterial) gab es daher oft keine Finanzierungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund wurde am 26.04.2015 der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Trent gegründet und Ende 2016 als gemeinnützig anerkannter Verein ins Vereinsregister eingetragen. Viele Einwohner sind hier Mitglied geworden und ermöglichen durch Ihre Unterstützung zahlreiche Vorhaben und Aktivitäten, die sonst nicht umsetzbar gewesen wären. Unter dem langjährigen Vorsitz von Bodo Nielsen ergänzt der Förderverein so das gemeinsame Wirken der Feuerwehr und hat auf diesem Wege auch erheblichen Anteil an einer erfolgreichen Jugendarbeit und Nachwuchsgewinnung.
Die Freiwillige Feuerwehr Trent besteht mittlerweile seit 100 Jahren und blickt auf eine Vielzahl erfolgreicher Einsätze zurück. Aber auch künftig werden sich die Kameradinnen und Kameraden der FFw Trent den umfangreichen Einsatzaufgaben stellen und das Leben sowie das Hab und Gut der Bürger mit aller Kraft schützen.
















































